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Eltern, die ihre Kinder lieben, aber diese 9 Dinge verweigern, stoßen sie von sich.

Zwei Personen sitzen am Küchentisch, einer liest ein Blatt Papier, daneben Tasse, Spielzeugraupe und Taschentücher.

Die Mama im Café hat am Handy g’scrollt, während ihr Bub draußen vorm Fenster im Gras Radln g’schlogn hat. Jedes Mal, wenn er sauber g’landet is, hat er zum Glas g’schaut und g’sucht. Nix. Sie hat nie aufg’schaut. Irgendwann hat er aufg’hört, die Schultern hängend, und is auf die Bank g’sackt – mit so einer Müdigkeit, die ma ned ausschlaft.

Wennst die Mama g’fragt hättst, ob sie ihr Kind liebt, wär sie wahrscheinlich beleidigt gwesen. Na sicher tut sie das. Sie hacklt, packt Jausn ein, unterschreibt Zetteln. Sie würd sagen: „I tu eh alles für ihn.“

Die unangenehme Wahrheit is: Viele Eltern lieben ihre Kinder tief, verweigern aber still und leise ein paar ganz bestimmte Dinge. Ned aus Bosheit. Sondern aus Müdigkeit, Angst, Stolz … oder einfach aus Gewohnheit. Und genau diese fehlenden Gesten schaffen a langsame, stille Distanz, die ma oft erst merkt, wenn’s sich schon zu spät anfühlt.

1. Sie weigern sich, „I war im Unrecht“ zu sagen – und’s a wirklich zu meinen

Ma spürt, wie sich die Luft in einem Haus verändert, wo Eltern sich nie entschuldigen. Die Stimmen werden a Spur schärfer, die Kinder gehen vorsichtiger, und jeder Streit endet in einem Patt, wo der Erwachsene „gewinnt“, einfach weil er erwachsen is. Liebe is da, eh. Aber a diese unausgesprochene Regel: Kinder müssen ihren Schmerz schlucken, damit der Große nie muss.

Wenn a Elternteil ned sagen kann „I hab an Schaß baut“, lernt das Kind: Gefühle zählen weniger als Autorität. Recht haben is wichtiger als Nähe. Mit der Zeit fühlt sich die Beziehung nimmer wie a Ort an, wo ma Mensch sein darf – sondern wie a Ort, wo ma funktionieren muss.

A 13-jährige hat ihrer Schulsozialarbeiterin erzählt, ihr Papa hätt sich noch nie bei ihr entschuldigt. Kein einziges Mal. Ned nachdem er sie z’sammeng’staucht hat für was, was der Bruder g’macht hat. Ned nachdem er ihr Theaterstück verpasst hat. Ned amal nachdem er ihr Tagebuch g’lesen und sie drauf ang’sprochen hat.

Sie hat trotzdem g’sagt, sie liebt ihn. Sie hat bei Familienfotos trotzdem g’lacht. Aber sie hat auch ganz leise g’sagt: „I erzähl ihm nix mehr. Is einfacher.“ So fangt emotionale Distanz meistens an. Ned mit zug’schlagenen Türen, sondern mit kleinen Stillen, die sich auftürmen.

Wenn Eltern sich weigern, sich zu entschuldigen, legen sie den Kindern das ganze Gewicht von jedem Konflikt um. Statt dass Fehler als normaler Teil von Beziehungen g’sehen werden, lernen Kinder, dass ma Fehler verstecken oder abstreiten muss. Mit der Zeit wird aus dem „I hab immer recht“ vom Elternteil der private Groll vom Kind.

A Entschuldigung von Eltern nimmt kan Respekt weg. Sie baut ihn auf. Sie sagt einem Kind: Du bist mir die Unbequemlichkeit von meiner Demut wert. Ohne das fühlt sich Liebe einseitig an, und Kinder geh’n innerlich a Stückl zurück, um sich zu schützen.

2. Sie weigern sich zuzuhören, ohne zu unterbrechen oder gleich zu „reparieren“

Es gibt a Art von Zuhören, die von außen fürsorglich ausschaut, sich aber innen erdrückend anfühlt. Ein Teenager fangt an, von einem Problem zu reden, und nach drei Sekunden springt der Elternteil rein: mit Ratschlag, Korrektur oder einer G’schicht, wie’s „früher noch schlimmer“ war. Der Mund vom Kind bewegt sich, aber der Elternteil baut schon seine Antwort.

Mit der Zeit bringen Kinder echte Probleme nimmer zu Eltern, die nur zuhören, um zu antworten. Sie wechseln zu Freund:innen, Gruppen-Chats, anonymen Foren. Überall dort, wo ma reden kann, ohne abgewürgt oder weg-erklärt zu werden. Liebe is noch da, aber der Zugang dazu wird kleiner.

Stell dir einen 16-jährigen Burschen vor, der seiner Mama sagt, er is wegen der Schule nervös. Bevor er den Satz fertig hat, schießt sie zurück:

„Du musst dich halt besser organisieren.“

„Du bist g’scheit, des geht schon.“

„Wie i so alt war, hab i ned amal halb so viele Möglichkeiten g’habt.“

Er nickt, wird still, und scrollt dann drei Stunden in seinem Zimmer. An der Oberfläche is nix Explosives passiert. Kein Riesenkrach, keine Tür zu. Aber innen is a Entscheidung gefallen: „Nächstes Mal, wenn i mi so fühl, komm i ned zu dir.“ Gespräch für Gespräch kriegt die emotionale Brücke Risse.

Zuhören ohne gleich zu fixen fühlt sich für viele Eltern unerträglich langsam an. Es kann sich faul anfühlen, als würdst deinen Job ned machen. Dabei is genau das, was Kinder so dringend brauchen: a Raum, wo’s das Chaotische, Halb-Fertige sagen dürfen, ohne sofort Richtung Lösung g’schubst zu werden.

Das heißt ned, dass ma nie Guidance geben soll. Es heißt, zwei Momente zu trennen: zuerst zuhören, bis dein Kind sich wirklich g’hört fühlt – und dann sanft fragen, ob’s Ideen will oder nur Gesellschaft. Kinder, die sich wirklich g’hört fühlen, müssen viel seltener wegdrücken. Sie müssen ned schreien, um gesehen zu werden.

3. Sie weigern sich, Grenzen zu respektieren, sobald die Kinder sie aussprechen

Viele Eltern sagen: „Du kannst ma alles sagen“, und bestrafen ihr Kind im selben Moment, wo’s a Grenze setzt. A zug’machte Zimmertür gilt als Beleidigung. A Bitte, die Nachrichten ned zu lesen, wird als „heimtückisch“ abgestempelt. A Teenager, der sagt: „I mag grad ned umarmt werden“, kriegt ein schlechtes Gewissen mit: „Aso, du liebst mi also nimmer?“

Was als vorsichtiger Versuch beginnt, den eigenen Raum zu schützen, wird schnell zu einem Machtkampf. Je mehr der Elternteil druckt, desto mehr lernt das Kind: Sicherheit heißt emotionale Distanz. Ned weil’s wurscht is – sondern weil Nähe jetzt teuer wird.

Denk an a 11-jähriges Kind, das seine Mama bittet, nimmer über seinen Körper zu kommentieren. Die Mama lacht’s weg: „Geh, sei ned so empfindlich, i mach eh nur Spaß.“ Nächste Woche gibt’s wieder a Kommentar über „aufpassen, was du isst“. Beim dritten oder vierten Mal streitet das Kind nimmer. Es zieht einfach weitere Pullis an und zieht sich im Bad um – mit zugesperrter Tür.

Es kuschelt trotzdem am Sofa, sagt trotzdem „Hab di lieb“. Aber rund um Essen, Spiegel, Kommentare zum Aussehen geht a leise Mauer auf. Die Mauer is ka Phase. Sie is a Bewältigungsstrategie.

Grenzen von Kindern zu respektieren heißt ned, dass ma alle elterliche Autorität aufgibt. Es heißt anzuerkennen, dass Kinder vollständige Menschen sind, deren Privatsphäre, Körper und Vorlieben grundlegenden Respekt verdienen. Wenn Eltern diese Grenzen ignorieren oder lächerlich machen, lernen Kinder eine brutale Lektion: „Damit i i selber sein kann, muss i di auf Abstand halten.“

Grenzen sind ka Zurückweisung. Sie sind a Art zu sagen: „I will dir nah sein, ohne mi selber zu verlieren.“ Wenn Eltern das ned hören, wird Distanz oft der einzige Weg, wie Kinder wieder Luft kriegen.

4. Sie weigern sich, Erwartungen anzupassen, wenn ihr Kind größer wird

Manche Eltern frieren ihr Kind im Kopf auf einem bestimmten Alter ein und aktualisieren die Akte nie ganz. Der 17-Jährige wird noch behandelt wie a 9-Jähriger, der „des echte Leben ned packt“. Das 10-jährige Kind wird wie a erwachsener Therapeut verwendet und soll den Stress der Eltern schlucken. Das Kind verändert sich, aber die Geschichte über es ned.

Liebe kann sich stark und beschützend anfühlen, aber die Beziehung passt nimmer richtig. Kinder verdrehen sich entweder, damit’s klein bleiben … oder sie drücken hart weg, damit’s endlich als die gesehen werden, die’s jetzt sind.

A Bub, der in der Volksschule immer „der Schüchterne“ war, wird als Teenager jemand mit klaren Meinungen. Er versucht, sie zu teilen, aber jedes Mal, wenn er was sagt, macht der Papa a Schmäh: „Schau, wer endlich seine Stimme g’funden hat!“ oder „Du? Diskutieren? Seit wann?“ Die Botschaft kommt an: Dein neues Ich is a Witz.

Also macht der Teen das, was viele machen. Er hebt die echte Version von sich für Freund:innen auf, für Projekte, für Online-Räume, wo keiner auf seinem alten Drehbuch besteht. Daheim wird er still, höflich, konfliktarm. Eltern nennen das „pflegeleicht“. Innen is er ausg’stiegen.

Wenn Erwartungen ned mitwachsen, werden’s zu Käfigen. A Kind, das drüber hinauswächst, steht vor einer schmerzhaften Wahl: kleiner werden oder weg, um atmen zu können. Das heißt ned immer körperlich weg. Emotional geht’s zuerst. Weniger Gespräche. Weniger Blickkontakt. Kürzere Antworten.

Erwartungen anzupassen is zach, weil’s Trauer braucht. Du musst die Fantasie-Version von deinem Kind loslassen und den Menschen vor dir treffen. Ehrlich: Das schafft niemand jeden Tag perfekt. Aber Eltern, die’s versuchen – auch ungeschickt – schicken a wichtige Botschaft: „Du darfst dich verändern, und i lern di weiter kennen.“

5. Sie weigern sich, ihr Kind auf sie wütend sein zu lassen

In manchen Haushalten gibt’s a unausgesprochene Regel: traurig, besorgt oder leicht genervt – passt. Aber ned wütend auf die Eltern. Sobald a Kind Ärger zeigt, geht beim Erwachsenen die Verteidigung los. Es kommen Predigten über „Dankbarkeit“ und „Respekt“, die alles übertönen, was das Kind eigentlich sagen wollt.

Mit der Zeit lernen Kinder: Wut bricht Verbindung. Also schlucken sie’s und drehen’s nach innen – oder lassen’s nur weit weg von daheim raus. Liebe kann von der Elternseite stark wirken, aber von der Kindseite fühlt sie sich dann bedingt an.

Stell dir vor, a Tochter sagt: „I bin ur haß, dass du ned zu meinem Match kommen bist.“ Die Mama schnappt sofort: „Hast du irgendeine Ahnung, wie hart i hackl? Du bist so undankbar.“ Die Wut vom Kind, die eigentlich Enttäuschung war und der Wunsch, dass die Mama dort is, wird jetzt zur Überlebensfrage. Sie muss zurückrudern, „Entschuldigung“ sagen, nur damit’s im Raum wieder ruhiger wird.

Sie bringt ihre Wut nimmer zur Mutter. Das Gefühl verschwindet ned. Es geht nur unterirdisch weiter – später als Augenrollen, Sarkasmus und der ständige Drang, überall zu sein, nur ned daheim.

Das eigene Kind auf einen wütend sein zu lassen, is eine der erwachsensten Formen von Liebe. Das heißt: Das Ego sitzt hinten, damit die Beziehung echt bleiben kann. Kinder, die Wut sicher ausdrücken dürfen, müssen Eltern ned aus ihrem Leben schneiden, nur um ihr Herz zu schützen.

Wenn Eltern das verweigern, macht das Nervensystem vom Kind seine Rechnung: „Nähe zu dir kostet z’viel. Abstand is billiger.“ Das is ka Rebellion. Das is Selbstschutz im Gewand von „Attitüde“.

6. Sie weigern sich, neugierig auf die Innenwelt vom Kind zu sein

Frag viele Eltern, was ihr Kind grad liebt, und du hörst: „Jo eh, TikTok oder so.“ Sie wissen die Noten, den Stundenplan, die Schuhgröße … aber ned die aktuelle Angst, den geheimen Traum, das YouTube-Rabbit-Hole, das letztes Wochenende die Weltanschauung vom Kind g’prägt hat.

Das is ned immer Vernachlässigung. Manchmal is es Erschöpfung oder a Generationsgraben. Aber für ein Kind fühlt sich a Elternteil, der nie echte Fragen stellt, eher wie a Vermieter an als wie a Begleiter. Die Beziehung bleibt auf Logistik-Nähe hängen.

A 15-Jährige verbringt Stunden mit digitaler Kunst. Sie teilt sie online, hat a kleine Community, kriegt sogar ein paar Aufträge. Daheim fragt der Papa nur: „Hausübung fertig?“ und „Hast g’essn?“ Er sorgt sich um ihr Überleben, ned um ihren Funken.

An einem Abend zeigt sie ihm schüchtern ein Werk, auf das sie stolz is. Er schaut drei Sekunden hin, sagt „Cool“, und geht zurück zu seinen E-Mails. Sie zeigt ihm nie wieder was. Beim nächsten großen Ding in ihrer Online-Welt denkt sie als Erstes daran, es einem Fremden mit dem gleichen Hobby zu erzählen. Ned ihrem Vater.

Neugier is die Tür zur Nähe. Sie verlangt ned, dass du jeden Trend verstehst oder jedes Lied magst. Sie verlangt nur, dass du die Innenwelt von deinem Kind ernst nimmst – auch wenn’s dir fremd oder belanglos vorkommt.

Kinder spüren den Unterschied zwischen einem „Wie war die Schule?“ auf Autopilot und einem „Was hat di heut zum Lachen bracht?“ Wenn Eltern diese tiefere Neugier verweigern, beginnen Kinder a Doppelleben: eine Version daheim, eine überall sonst. Mit der Zeit wird die Daheim-Version immer dünner.

7. Sie weigern sich, ihren Stolz lang genug runterzuschlucken, um nach Konflikten zu reparieren

Jede Familie streitet. Das zerstört die Bindung ned. Was sie zerstört, is, was in den Stunden und Tagen danach passiert. Manche Eltern tun so, als wär nix g’wesen, warten, dass das Kind „drüberkommt“ und wieder normal wird. Der Streit wird zum Gespenst im Gang: nie benannt, nie geheilt.

Kinder lernen: Schmerz is was, um das ma herumgeht, ned was ma gemeinsam durchgeht. Dass ma ihn kleinreden oder alleine tragen muss. Liebe is irgendwie da, aber gleichzeitig komisch unsicher.

Stell dir a Explosion wegen Bildschirmzeit vor. Lautstärke, Drohungen, a Handy knallt auf den Tisch. Das Kind stampft weg, der Elternteil kocht. Am nächsten Morgen gibt’s Frühstück wie a Friedensvertrag ohne Wörter. Der Elternteil macht a Schmäh, das Kind lächelt halb. Weiter geht’s.

Keiner sagt: „Des is eskaliert.“ Keiner sagt: „I hab mi g’fürchtet, wie du g’schrian hast.“ Die Erinnerung wird unter neuen Tagen vergraben. Aber die Spannung bleibt im Körper und sorgt dafür, dass der nächste Konflikt schneller kommt und härter trifft.

Reparatur heißt ned, nochmal auszudiskutieren, wer recht g’habt hat. Es heißt, zurückzukommen, wenn alle ruhiger sind, und sowas zu sagen wie: „Gestern war zach. I hab ned g’mocht, wie i mit dir g’redt hab. Können ma drüber reden?“ Dieser kleine Schritt sagt einem Kind: „Unsere Verbindung is wichtiger als mein Stolz.“

Ohne Reparatur sehen Kinder Konflikt als Beweis, dass Liebe fragil is. Mit Reparatur lernen’s, dass Beziehungen sich dehnen, knarzen, sogar a bissl reißen können – und trotzdem halten. Die erste Version lässt sie weggehen. Die zweite lässt sie bleiben.

8. Sie weigern sich, ihre eigenen ungelösten Schmerzen vom Elternsein zu trennen

Manche Eltern tragen alte Wunden wie a Rüstung und erziehen dann von innen aus dieser Rüstung heraus. Vielleicht sind’s arm aufgwachsen, also mikromanagen sie den Berufsweg vom Kind. Vielleicht waren’s „die Depperten“ in der Familie, also sind Noten ihr Fixpunkt. Alles wird durch ihre eigene unfertige Geschichte gefiltert.

Das Kind wird zur Figur in einem Film, der lang vor seiner Geburt begonnen hat. Seine echten Bedürfnisse verschwimmen mit den Geistern der Eltern. Dieses Verschwimmen kann erstickend sein – sogar in einem Haus voller ehrlicher Liebe.

A Papa, der von seinem eigenen Vater verlassen worden is, reagiert vielleicht panisch, wenn sein Teenager auf Abstand geht. A normale Bitte nach Alleinzeit wird in seinem Kopf zu „Du brauchst mi nimmer“. Also klammert er, verhört, taucht ungefragt auf, unterstellt, das Kind würd was verheimlichen.

Der Teen wollt nur Privatsphäre, ka Familiendrama. Aber jetzt löst jeder Schritt Richtung Selbstständigkeit einen Sturm aus, zu dem er nie dazugehören wollt. Irgendwann reagieren viele Kinder mit größeren, härteren Schritten weg – in der Hoffnung, dass Distanz endlich die Angst der Eltern beruhigt.

Zu erkennen: „Das Gefühl is über mi, ned über mein Kind“, is leise, unglamouröse Arbeit. Vielleicht Therapie, Journaling, lange Spaziergänge, unangenehme Gespräche mit Freund:innen. Dafür gibt’s draußen fast nie Applaus. Aber drinnen daheim ändert’s alles.

Wenn Eltern diese Innenarbeit verweigern, tragen Kinder am Ende fremdes Gepäck. Wenn Eltern sich trauen, hinzuschauen, machen sie ihre Kinder frei für ihre eigenen, kleineren Kämpfe. Das kann der Unterschied sein zwischen einem Kind, das wegdriftet, und einem Kind, das weiß: I kann immer wieder zurückkommen.

9. Sie weigern sich, Liebe in der Sprache zu zeigen, in der’s ihr Kind wirklich spürt

Fast alle Eltern sagen „I lieb di“. Weniger fragen: „Fühlst di von mir geliebt?“ Kinder erleben Liebe über sehr konkrete Kanäle: Zeit, Berührung, Worte, kleine Rituale. Wenn diese Kanäle ned dazu passen, wie Eltern von Natur aus Liebe geben, entsteht a komische Lücke. Alle geben sich Mühe. Aber keiner trifft den anderen wirklich.

Dann fühlen sich Eltern nicht wertgeschätzt. Kinder fühlen sich nicht gesehen. Beide gehen herum mit dem Gefühl: „Du checkst mi irgendwie ned.“

A Mutter hacklt zwei Jobs, um zu versorgen. Sie is überzeugt, dass das Opfer ihrer Freizeit ihre Liebe beweist. Ihr Sohn registriert die langen Stunden aber ned als Zuneigung. Seine Liebessprache is gemeinsame Zeit. Ein Abend, wo sie wirklich da is – ohne Handy, ohne nebenbei – trifft ihn mehr als ein Monat von stiller Erschöpfung.

Er sieht ned die Stunden im Bus. Er spürt nur den leeren Sessel bei seiner Schulaufführung. Sie sieht ned, dass sein „Undank“ eigentlich Einsamkeit is. Zwei gute Menschen, die sich um Zentimeter verfehlen.

Liebe, die ned g’fühlt wird, existiert im Nervensystem vom Kind fast so, als wär sie ned da. Das klingt hart, aber Kinder leben in Empfindung, ned in Theorie. A Kind zu fragen „Wann fühlst di mir am nächsten?“ kann stärker sein als hundert allgemeine „I lieb di“.

„Mein Papa hat aufg’hört, mir teure Geschenke zu kaufen, und hat stattdessen am Boden mit mir Lego baut. Klingt klein, aber ab da hab i mi nimmer wie a Gast im eigenen Haus g’fühlt“, hat a 12-Jährige einmal zu einer Therapeutin g’sagt.

  • Kinder sagen selten „Du druckst mi weg.“ Sie werden einfach beschäftigter, stiller, sarkastischer.
  • Wie du Liebe zeigst anzupassen heißt ned, mehr zu lieben. Es heißt, besser zu zielen.
  • Sogar eine neue, verlässliche Geste kann a Tür wieder aufmachen, von der a Kind glaubt hat, sie wär für immer zu.

Die leise Distanz, die ned dauerhaft sein muss

Wenn dich ein paar von diesen Mustern zwicken, is das ka Zeichen, dass du a schlechter Elternteil bist. Es is a Zeichen, dass du wach bist. Viele Mamas und Papas heute versuchen, das zu geben, was’s selber nie kriegt haben – und tragen gleichzeitig die Gewohnheiten weiter, die sie in ihren Herkunftsfamilien g’lernt haben.

Kinder brauchen ka perfekte Eltern. Sie brauchen Eltern, die bereit sind, die Lücke zwischen ihrer Liebe und ihrem Verhalten zu bemerken … und dann einen kleinen Schritt zu machen, um sie zu schließen. A Entschuldigung, die nie vorgelebt wurde. A Frage statt a Predigt. A Grenze, die respektiert wird statt ausgelacht.

Distanz kommt selten mit einer dramatischen Ansage. Sie schleicht sich ein über zuckende Schultern, kurze Antworten, Augen, die nimmer aufleuchten, wenn du ins Zimmer kommst. Die gute Nachricht: Nähe wächst meistens genauso – über gewöhnliche, wiederholte Entscheidungen, die sagen: „I bin noch da, und i lern di noch immer.“

Kein Artikel kann dir exakt sagen, was dein Kind diese Woche von dir braucht. Die Antwort steckt in seinen Augen, im Ton, in den Geschichten, die’s mitten drin abbricht, um zu schauen, ob du noch zuhörst. Die echte Frage is, ob du bereit bist, deine Liebe als Verb zu leben, das sich verändert – statt als Gefühl, auf das du still bestehst, dass es „eh genug“ sein müsste.

Key point Detail Value for the reader
Reparatur nach Konflikten Nach Streit wieder hingehen, benennen was passiert is, und den eigenen Anteil übernehmen Senkt langfristigen Groll und hält Kommunikation offen
Mitwachsende Grenzen respektieren Privatsphäre, Autonomie und veränderte Bedürfnisse anerkennen, wenn Kinder reifer werden Kinder fühlen sich sicher, emotional nah zu bleiben und trotzdem selbstständig zu werden
Liebe so zeigen, wie sie ankommt Fragen, wann sich das Kind am meisten geliebt fühlt, und Gesten anpassen Macht gute Absichten zu Verbindung, die das Kind wirklich spürt

FAQ:

  • Frage 1: Was, wenn i mi in mehreren von den Verhaltensweisen wiedererkenn und mich von Schuld überrollt fühl?
  • Antwort 1: Schuld kann a hilfreiches Signal sein, aber a furchtbarer Ort zum Wohnen. Such dir zuerst einen kleinen Bereich aus, z. B. a echte Entschuldigung zu üben, und lass den Fortschritt dort Schwung für die anderen bringen.
  • Frage 2: Is es zu spät, Dinge mit meinem Teenager zu reparieren, der eh schon so distanziert wirkt?
  • Antwort 2: Spät is ned dasselbe wie unmöglich. Teenager tun vielleicht desinteressiert, aber sie merken konsequente Bemühungen über Zeit meistens schon. Bleib verlässlich, sei ehrlich über frühere Fehltritte, und gib ihnen Raum, in ihrem Tempo zu reagieren.
  • Frage 3: Wie hör i zu, ohne sofort in den „Fixen“-Modus zu springen?
  • Antwort 3: Probier diesen einfachen Satz: „Magst, dass i grad nur zuhör, oder suchst du Ideen?“ Diese eine Frage bremst dich und gibt deinem Kind Kontrolle darüber, welche Art Unterstützung es kriegt.
  • Frage 4: Was, wenn sich Entschuldigen oder Grenzen respektieren wegen meiner eigenen Kindheit total unnatürlich anfühlt?
  • Antwort 4: Genau dieses Unbehagen is oft das Gefühl, wenn ma ein generationsaltes Muster durchbricht. Fang klein an, vielleicht mit Notizen oder kürzeren Gesprächen, und überleg dir, ob du dir Unterstützung holst – z. B. bei Therapie oder in einer Gruppe.
  • Frage 5: Wie find i die „Liebessprache“ von meinem Kind raus, ohne dass es peinlich wird?
  • Antwort 5: Nimm Alltagsmomente: Beim Essen fragen „Wann fühlst di mir am nächsten?“ oder „Was is eine Sache, die i tu, wodurch du di geliebt fühlst?“ Die Antworten sind klarer – und praktischer – als jedes Quiz.

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