Dass der Kunde Google is, und dass im Hintergrund a französischer Energieriese an langfristigen Deal einfädelt, sagt einiges drüber aus, wohin si sowohl Big Tech als a die großen Energieunternehmen entwickeln.
Googles 2‑Milliarden‑Euro‑Data‑Hub setzt auf französischen sauberen Strom
Im US‑Bundesstaat Ohio werden Googles Rechenzentren – a Investition von rund 2,3 Milliarden Dollar (2 Milliarden Euro) – demnächst mit Strom laufen, der durch den großen französischen Energiekonzern TotalEnergies abgesichert is.
Die zwoa Unternehmen ham a 15‑jähriges Power Purchase Agreement (PPA) unterschrieben, das 1,5 Terawattstunden (TWh) zertifizierten CO₂‑armen Strom umfasst. Des entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch von ana Stadt mit mehr als 300.000 Einwohner:innen.
Google sichert si 1,5 TWh CO₂‑armen Strom über 15 Jahr – genug, um a mittelgroße Stadt zu versorgen und gleichzeitig energiehungrige Rechenzentren zu speisen.
Der Strom soll vor allem aus „Montpelier“ kommen, ana neuen Solaranlage, die ins PJM‑Netz einspeist – des riesige regionale Stromnetz, das Teile vom US‑Mittleren Westen und der Ostküste umfasst. Indem Erzeugung und Verbrauch im selben Markt liegen, verringert Google die Distanz zwischen dem Ort, wo sauberer Strom produziert wird, und dort, wo die Server die Elektronen „verbraten“.
Rechenzentren stehen heut schon für fast 3 % vom weltweiten Strombedarf. Mit dem Boom bei KI, Cloud‑Computing und Video‑Streaming könnt dieser Anteil deutlich steigen – außer Tech‑Firmen sichern si rechtzeitig neue, sauberere Energiequellen.
A maßgeschneiderte Antwort auf den Energieengpass durch KI und Cloud
Google skaliert seine KI‑Services aggressiv, baut Speicher aus und verstärkt seine Cloud‑Plattformen. Des alles hängt von Strom ab, der gleichzeitig verlässlich is und dessen Kosten planbar bleiben.
TotalEnergies, immer noch oft als Öl‑ und Gas‑Konzern gesehen, will zeigen, dass es genau des aus ana wachsenden CO₂‑armen Pipeline liefern kann. Der Konzern verweist auf seinen Mix aus Solar, Onshore‑Wind, Batteriespeicher und effizienten Gaskraftwerken, die so kombiniert werden, dass auch dann gesicherte Leistung da is, wenn Sonn oder Wind nachlassen.
Hinter den Kulissen werden Solarpaneele, Batterien und Gasturbinen so koordiniert, dass Googles Server online bleiben, wenn in Ohio die Sonn untergeht.
In am fragmentierten US‑Stromsystem, wo regionale Märkte wie PJM eigene Regeln und Preissignale setzen, sind Projekte, die stabilen, vertraglich gesicherten Strom anbieten können, stark gefragt. Für Google hilft a langfristiges PPA dabei, Energiekosten im Griff zu behalten – in ana Branche, wo Wettbewerbsfähigkeit von Performance und Marge abhängt.
Wie das Montpelier‑Projekt in Googles Strategie passt
Google hat sich öffentlich verpflichtet, bis Ende des Jahrzehnts rund um die Uhr (24/7) mit CO₂‑freier Energie zu laufen – ned nur Offsets zu kaufen oder allgemeine Ökostrom‑Zertifikate. Des heißt: Verbrauch muss stundenweise und regional mit CO₂‑armer Erzeugung gematcht werden.
- Neue saubere Kraftwerksprojekte möglichst nahe bei den wichtigsten Rechenzentrums‑Clustern ansiedeln
- Lang laufende PPAs abschließen für Preis‑ und Lieferstabilität
- Batterien und flexible Nachfrage‑Strategien nutzen, um Spitzen auszugleichen
- Mit Versorgern und Spezialisten wie TotalEnergies in komplexen Märkten kooperieren
Der Ohio‑Deal trifft die meisten von den Punkten: langfristiger Vertrag, lokale Erzeugung im selben Netz und a Lieferant, der Solar mit flexiblen Assets kombinieren kann.
TotalEnergies’ US‑Expansion erreicht a kritische Größe
Für TotalEnergies is die Vereinbarung mit Google a weiterer Schritt im stillen, aber schnellen Aufstieg bei US‑Erneuerbaren. Das Unternehmen gibt inzwischen an, in Amerika a Portfolio von 10 Gigawatt (GW) zu haben – in etwa vergleichbar mit der installierten Leistung von rund zehn älteren französischen Atomreaktoren, verteilt auf Solarparks, Windparks und Batterieprojekte.
Allein im PJM‑System betreibt der französische Konzern bereits 1 GW und baut weiter aus. In Texas, im ERCOT‑Markt, hat er rund 4 GW in Entwicklung. Der Tech‑Sektor is neben der Schwerindustrie zu ana zentralen Kundengruppe geworden.
TotalEnergies sitzt inzwischen auf am Doppel‑Motor: stabile Fossil‑Cashflows und a schnell wachsendes Clean‑Power‑Geschäft, abgesichert durch langfristige Verträge mit Tech‑ und Industriegiganten.
Die Kundenliste geht längst weit über Google hinaus. TotalEnergies hat Vereinbarungen u. a. mit Amazon, Microsoft, Air Liquide, Saint‑Gobain, STMicroelectronics, Orange und mehreren Rechenzentrumsbetreibern geschlossen.
Warum langfristige Verträge für beide Seiten so attraktiv sind
Solche Corporate‑Deals geben Erneuerbaren‑Entwicklern wie TotalEnergies stabile Einnahmen über 10 bis 20 Jahr. Des is entscheidend, wenn a Solar‑ oder Windprojekt hunderte Millionen Euro Vorab‑Investitionen braucht, bevor überhaupt a einzige Kilowattstund erzeugt wird.
Für große Stromabnehmer dämpfen langfristige Vereinbarungen die Abhängigkeit von volatilen Großhandelsstrompreisen und CO₂‑Kosten. Außerdem zählen sie auf Klimaziele und Investorenerwartungen ein – wo transparente, vertraglich abgesicherte Dekarbonisierung mehr Gewicht hat als vage Versprechen.
| Player | Vertragsmäßig gesicherte Erneuerbaren‑Kapazität (ca.) | Art der Deals |
|---|---|---|
| mehrere GW weltweit | PPAs über Solar, Wind und Speicher | |
| Amazon | 33 GW+ | Dutzende PPAs in den USA und Europa |
| Microsoft | 10,5 GW in einem einzelnen Mega‑PPA | großes Portfolio aus Solar und Wind |
| Meta | 6 GW+ | Solarparks für US‑Rechenzentren |
| Apple | ~2 GW | Solar‑ und Speicherprojekte |
PPA‑Boom: a leise Umformung vom Stromsystem
Was früher a eher unbekanntes Finanzinstrument war, sind Power Purchase Agreements zu einem der wichtigsten Treiber für neue Erneuerbaren‑Kapazitäten weltweit geworden. A PPA is a Vertrag, bei dem sich a Käufer verpflichtet, über viele Jahre a bestimmte Menge Strom zu kaufen – oft aus am konkreten Projekt – zu am im Vorhinein fixierten Preis.
Für Projektentwickler ermöglicht a PPA oft erst die Finanzierung, weil Banken den Cashflow im Voraus sehen. Für Unternehmen is es a Weg, neue Wind‑ oder Solarparks zu „sponsern“, ohne selbst zum Energieunternehmen zu werden.
A einzelnes PPA kann aus am Plan a reale Solarfarm machen – und Klimaziele in Stahl, Silizium und echte Megawattstunden übersetzen.
2024 haben allein Cloud‑ und Social‑Media‑Konzerne in den USA mehr als 17 GW an neuen PPAs ausgelöst. Wenn KI‑Workloads weiter zulegen, wird diese Pipeline wahrscheinlich wachsen – und Entwickler dazu bringen, Erneuerbare mit Speicher und Netzdienstleistungen zu kombinieren, um Versorgung zu verstetigen.
Wo die anderen Tech‑Giganten stehen
Googles Deal mit TotalEnergies fällt in a Rennen, in dem keine große Tech‑Firma als Nachzügler bei Clean Energy dastehen will.
Amazon führt beim Volumen, mit mehr als 33 GW an vertraglich gesicherten Erneuerbaren weltweit, darunter 8,8 GW in einem einzigen Jahr über 74 neue PPAs. Microsoft hat einen der größten privaten Clean‑Power‑Deals überhaupt unterschrieben: 10,5 GW Solar und Wind. Meta setzt auf mehrere große Solarparks mit insgesamt über 6 GW, während Apple rund 2 GW an Solar‑ und Batterieprojekten stützt, um seine Plattformen mit CO₂‑armem Strom am Laufen zu halten.
Gemeinsam haben diese Deals Rechenzentrumsbetreiber zu einigen der einflussreichsten Player an den Strommärkten gemacht – gleich nach Versorgern und staatlich gestützten Akteuren.
Was „CO₂‑arm“ für a Rechenzentrum wirklich heißt
Für Leser:innen kann’s verwirrend sein, wenn Rechenzentren gleichzeitig als Klimarisiko und als Teil der Lösung beschrieben werden. Die Spannung liegt in Timing und Beschaffung.
A Gigawatt Solar hilft wenig um 2 Uhr früh in ana windstillen Nacht. Genau da kommen Batterien, flexible Gaskraftwerke, Demand Response und smarte Software ins Spiel. TotalEnergies’ Strategie im PJM nutzt a Portfolio an Anlagen, um die Einspeisung über die Zeit zu glätten, statt sich auf a einzelne Solaranlage zu verlassen.
Wenn Unternehmen von „CO₂‑armem“ oder „dekarbonisiertem“ Strom für Rechenzentren reden, meinen sie meist Elektrizität mit deutlich geringerer Emissionsbilanz als a typischer Netz‑Mix, der stark von Kohle oder älteren Gaskraftwerken geprägt is. In der Praxis heißt des oft a Kombination aus:
- neuen Solar‑ und Windprojekten, abgesichert durch Corporate‑PPAs
- Batteriesystemen, die Erneuerbaren‑Erzeugung in Abendspitzen verschieben
- hocheffizienten Gaskraftwerken, die sparsam zur Absicherung eingesetzt werden
- Netzbezug in Regionen mit hohem Anteil an Erneuerbaren oder Kernenergie
A praktisches Risiko is, dass energiehungrige KI‑Cluster schneller wachsen könnten als Clean‑Power‑Projekte – und Netze zu Spitzenzeiten wieder stärker in Richtung fossiler Erzeugung drängen. Regulierer stellen inzwischen härtere Fragen zu neuen Rechenzentrums‑Anschlüssen, von Irland bis Nord‑Virginia.
Auf der anderen Seite gibt die langfristige Nachfrage von Playern wie Google Entwickler:innen das Vertrauen, früher und in größerem Maßstab zu investieren. Wenn a Projekt wie Montpelier a 15‑jähriges Abnahme‑Agreement bekommt, kann’s sich oft bessere Technologie, mehr Speicher und stärkere Netzanschlüsse leisten – wovon auch andere Verbraucher profitieren.
Für lokale Gemeinden in Ohio wird die Partnerschaft wahrscheinlich Baujobs, Pachteinnahmen für Landwirt:innen, Steuereinnahmen und a Energie‑Asset bringen, das die aktuelle Server‑Generation überdauert. Für Google und TotalEnergies is es a Testfall, ob digitales Wachstum und niedrigere Emissionen tatsächlich in dieselbe Richtung gehen können – ned nur am Papier, sondern im Netz selbst.
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