Die Mikrowelle in der Küche von meiner Freundin Lena ist an einem Dienstag eingegangen. In der einen Sekunde hat’s noch brav gebrummt, in der nächsten kam ein trauriger Piepser – und dann war’s finster. Drinnen ist ihr Kaffee gestanden und wieder kalt worden. Sie hat das stumme Kastl angeschaut, als hätt sie grad an alten, leicht giftigen Freund verloren. Dann hat sie was Unerwartetes gemacht: Statt dass sie sofort eine neue kauft, hat sie ein komisches Gerät aus dem Kasterl gezerrt – halb Raumschiff, halb Toaster, so ein Ding für die Arbeitsplatte.
Zwanzig Minuten später war der Kaffee heiß, die Reste hatten oben eine knusprige Schicht, und die Küche hat nach einem richtigen Essen gerochen – nicht nach „aufgwärmt“.
Sie hat gelächelt und gsagt: „I glaub, i bin fertig mit Mikrowellen.“
Der Satz ist mir hängenblieben.
Warum die Mikrowelle auf einmal … alt wirkt
Geh jetzt einmal durch ein Elektrogeschäft, und du siehst’s sofort. Die Mikrowellen-Abteilung gibt’s noch – aufg’stapelt und vor sich hin summend –, aber die Leut stehen woanders: rund um eine neue Generation von kleinen Öfen mit Glastür und glänzenden Drehknöpfen. Die versprechen etwas, was Mikrowellen nie so richtig gschafft haben: schnelles Essen, das trotzdem wie echtes Essen wirkt.
Nenn’s Airfryer-Ofen, smarter Mini-Backofen oder Kompakt-Kombi-Ofen – die Namen sind unterschiedlich, die Idee ist gleich. Die Geräte blasen heiße Luft ums Essen, manchmal mit a bissl Dampf, manchmal mit Sensoren, und das so schnell, dass dein alter Backofen daneben ausschaut wie ein Dinosaurier.
Ein junger Vater, mit dem i geredet hab, hat g’scherzt, sein Airfryer-Ofen hätt „die Familie quasi adoptiert“. Früher hat Abendessen bei ihnen oft bedeutet: ein trauriges Mikrowellen-Ping und vier Teller mit gummigen Restln. Jetzt haut er Hendlhaxn, Tiefkühlgemüse und Erdäpfelspalten gemeinsam auf ein Blech. Fünfzehn Minuten später fragen die Kinder, was da so gut riecht.
Er hat gemeint, die Mikrowellentür war seit Wochen nimma offen.
Das ist kein Einzelfall. Der Verkauf von multifunktionalen Airfryer-Öfen und kompakten Smart-Öfen ist in den letzten drei Jahren explodiert, während klassische Mikrowellen meistens nur dann ersetzt werden, wenn’s hin sind – ohne große Vorfreude, ohne Upgrade-Lust.
Was sich verschiebt, ist nicht nur das Gerät, sondern die Erwartung. An „schnell, aber traurig“ haben wir uns mit der Mikrowelle gewöhnt: letschate Pizza, zähes Hendl, explodierende Sauce. Die neuen Geräte verkaufen einen anderen Deal: fast Mikrowellen-Tempo, aber mit Textur, Bräunung und einem Geruch, der wirklich Appetit macht statt irgendwie enttäuscht.
Dazu kommt das leise Gesundheits-Schlechter-Gewissen. Mikrowellen sind für viele gleich „Fertiggericht in der Plastikschale“ und beige, hochverarbeitete Kost. Die neuen Öfen setzen stark auf: weniger Öl, weniger Zusatzstoffe, mehr Crunch. Sie machen aus dem Fünf-Minuten-Abendessen eher einen kleinen Sieg als ein Geständnis.
Das Gerät, das der Mikrowelle leise den Platz wegnimmt
Was ist dieses „Tschüss Mikrowelle“-Gerät im echten Leben? In den meisten Haushalten ist’s kein riesiger Profi-Kombi-Dampfgarer. Es ist ein kompakter Airfryer-Ofen oder ein smarter Mini-Backofen, der genau dort steht, wo früher die Mikrowelle war. Gleiche Stellfläche, aber eine ganz andere Beziehung zum Essen.
Du schiebst das Essen auf ein Blech oder Gitter, tippst ein Programm wie „Aufwärmen“, „Pommes“ oder „Pizza“ an, und die heiße Luft macht den Rest. Keine blasse, labbrige Scheibe. Der Käse blubbert wieder, der Rand wird knusprig, und auf einmal schmeckt das gestrige Take-away wie etwas, das man ohne Scham serviert.
Denk an übrig gebliebenes Brathendl. In der Mikrowelle wird’s trocken und irgendwie zäh, als würd man’s bestrafen. In einem kleinen Umluft- oder Airfryer-Ofen reichen fünf bis acht Minuten bei mittlerer Temperatur, und es kommt raus mit Haut, die wieder knistert, und Fleisch, das saftig bleibt.
Ein Student, den i in einer WG getroffen hab, hat g’sagt, ihre Haus-Mikrowelle sei „an Vernachlässigung g’storben“, seit der gemeinsame Airfryer-Ofen in der Küche steht. „Wir haben alles drin aufgwärmt. Nudelauflauf, Currys, sogar Croissants. Die Mikrowelle war am Schluss nur mehr ein Abstellplatz für Häferln.“
Das ist die stille Revolution: kein dramatischer Schnitt, eher ein langsames Rutschen der täglichen Gewohnheiten hin zu einem neuen Standard.
Praktisch gsehen ist die Logik simpel. Mikrowellen heizen Wassermoleküle von innen nach außen – schnell, aber oft ungleichmäßig. Sie bräunen oder machen nix knusprig, also sind sie super für Suppe und eine Katastrophe bei allem, was Crunch haben soll. Airfryer-Öfen und smarte Mini-Öfen arbeiten mit Umluft: Sie drücken heiße Luft ums Essen, oft mit Ventilator und schlauem Garraum-Design. Das bringt Oberfläche, Karamellisierung und deutlich verzeihenderes Aufwärmen.
Und beim Strom? Ein kleiner, effizienter Heißluft-Ofen, der in zwei Minuten vorheizt und in zehn Minuten fertig ist, braucht oft weniger Energie, als wenn du den großen Backofen für zwanzig Minuten anwirfst. Diese Mischung aus Tempo, Geschmack und weniger schlechtem Gewissen ist genau der Spalt in der Rüstung von der Mikrowellen-Herrschaft.
Wie man wirklich ohne Mikrowelle lebt
Wenn dich der Gedanke, die Mikrowelle herzugeben, ein bissl nervös macht: Du bist nicht allein. Wir haben uns unzählige Mini-Rituale rund um den „30 Sekunden“-Knopf gebaut. Der Trick ist nicht, jede einzelne Funktion 1:1 nachzubauen, sondern die paar Dinge, die du wirklich ständig machst, durch einfache, wiederholbare Handgriffe zu ersetzen.
Fang damit an, deine Top-3-Mikrowellen-Jobs zu identifizieren: Kaffee aufwärmen, Reste warm machen, Fleisch auftauen, Popcorn, Butter schmelzen – sowas. Dann ordne jedem Job eine neue Gewohnheit zu: mit Mini-Ofen, Herd oder Wasserkocher. Kaffee zum Beispiel in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze zwei Minuten erwärmen – oder gleich auf einen Thermobecher umsteigen, dann brauchst du’s seltener.
Beim Aufwärmen von Restln glänzt das neue Gerät erst richtig. Essen in einer Lage auf ein Blech verteilen, bei Bedarf mit einem kleinen Stück Alufolie abdecken (wenn’s schnell austrocknet), und den Airfryer-Ofen auf ca. 160–170 °C stellen – 6 bis 10 Minuten. Bei sämigen Sachen einmal zur Halbzeit umrühren.
Auftauen ist der Punkt, wo viele straucheln. Seien wir ehrlich: Das macht kaum wer jeden Tag „perfekt“. Wenn’s geht, plan voraus und leg G’frorenes am Vorabend in den Kühlschrank. Und wenn du’s vergisst, nimm den neuen Ofen für „sanft antauen und fertig garen“. Dickere Teile wie Hendlhaxn kannst sogar gefroren bei niedrigerer Temperatur starten und dann hochdrehen, sobald sie weicher werden.
Ein Produktdesigner, den i interviewt hab, hat’s trocken formuliert:
„Die Mikrowelle hat das Speed-Rennen gewonnen, aber das Geschmacks-Rennen verloren. Die Leut fangen endlich an, das zweite wichtiger zu nehmen.“
Damit der Umstieg leichter wird, helfen kleine, konkrete Tauschaktionen:
- Pizza, Pommes und Ofengemüse im Airfryer-Ofen aufwärmen – nie in der Mikrowelle.
- Getränke mit Wasserkocher plus Häferl oder kleinem Topf erwärmen statt „reinballern“.
- Reis und Getreide in der Pfanne mit einem Löffel Wasser und Deckel (Dampf) aufwärmen.
- Brot nicht auftauen am Mikrowellenteller, sondern toasten oder kurz mit heißer Luft.
- Eine „Lebensretter“-Einstellung am neuen Ofen festlegen (z. B. 160 °C, 8 Minuten Aufwärmen) und am Anfang für fast alles verwenden.
Was dieser kleine Küchenwechsel wirklich über uns sagt
Wenn eine ganze Generation nicht mehr reflexartig Mikrowellen nachkauft, geht’s nicht nur um Gadgets. Es zeigt, wie wir unsere Beziehung zu Zeit, Essen und Komfort neu verhandeln. Wir wollen immer noch Geschwindigkeit – vielleicht mehr denn je –, aber wir sind weniger bereit, die labbrige Version vom Abendessen zu akzeptieren, die oft mitkommt.
Da ist eine stille Freude drin, wenn man sagt: „I hab’s im Ofen aufgwärmt, net in der Mikrowelle“ – ähnlich wie beim Kaffeebohnen mahlen oder wenn man unter der Woche noch schnell ein Blech Kekse backt. Es geht nicht ums Perfektsein oder ums „Clean“-Ideal. Es geht darum, dass sich diese kleinen täglichen Momente ein bissl mehr nach Leben anfühlen und ein bissl weniger nach Hetzerei.
Bei manchen Haushalten bleibt die Mikrowelle – irgendwo in der Ecke, immer noch praktisch für genau diese eine Sache. Bei anderen staubt sie langsam ein, während ein kleiner Airfryer-Ofen auf der Arbeitsplatte die Hauptrolle übernimmt. Interessant ist nicht, wer gewinnt oder verliert, sondern welche Fragen dieser Wechsel stellt:
Wie schnell müssen Dinge wirklich fertig sein? Welche Art Essen gibt uns am Ende eines langen Tages das Gefühl, dass wir uns um uns kümmern? Wie viel Lärm, Geruch und Textur tauschen wir für Bequemlichkeit ein?
Die Antworten verändern schon jetzt, wie unsere Küchen ausschauen. Und wenn deine Mikrowelle das nächste Mal flackert oder endgültig aussteigt, erwischst du dich vielleicht dabei, wie du vorm Geräte-Regal zögerst – die Hand schon über einem anderen Kastl. Und dieser leise Zweifel könnte der Anfang von einem neuen Alltagsritual sein.
| Kernpunkt | Detail | Nutzen für Leser:innen |
|---|---|---|
| Mikrowellen verlieren an Boden | Airfryer- und smarte Mini-Öfen werden zum Standard fürs Aufwärmen und schnelle Kochen | Hilft, Trends zu erkennen und in ein Gerät zu investieren, das man wirklich nutzt |
| Heiße Luft schlägt schnelle Strahlung beim Geschmack | Umluft und Airfrying bringen Knusprigkeit und Bräunung zurück, die Mikrowellen nicht schaffen | Zeigt, wie man besseren Geschmack und bessere Textur kriegt, ohne viel mehr Zeit zu verlieren |
| Einfache Gewohnheits-Tauschs ersetzen Mikrowellen-Routinen | Aufwärmen, Auftauen und Getränke erwärmen mit ein paar leichten neuen Methoden | Macht „ohne Mikrowelle leben“ realistisch statt stressig |
FAQ:
- Muss i meine Mikrowelle wirklich loswerden? Nein. Viele verwenden sie einfach weniger, sobald sie einen guten Airfryer oder Smart-Ofen haben. Manche behalten sie für sehr spezielle Dinge wie schnelles Auftauen oder eine einzelne Tasse Suppe.
- Was ist der beste Mikrowellen-Ersatz für eine kleine Küche? Ein kompakter Airfryer-Ofen mit Fronttür und Blech ist meist vielseitiger als ein Korb-Airfryer. Der kann Pizza aufwärmen, backen, grillen und sogar toasten – bei einer Stellfläche ähnlich wie eine mittlere Mikrowelle.
- Dauert Aufwärmen im Airfryer-Ofen länger als in der Mikrowelle? Ein bissl länger, aber nicht viel. Rechne mit 5–10 Minuten statt 1–3. Dafür kriegst du deutlich bessere Textur und mehr Geschmack – besonders bei allem, was knusprig oder gebacken ist.
- Kann i im Airfryer-Ofen Tiefkühl-Fertiggerichte machen? Ja, solange die Verpackung ofenfest ist. Plastikschalen in eine ofenfeste Form umfüllen. Viele Marken drucken inzwischen Airfryer-/Ofen-Zeiten zusätzlich zu Mikrowellenangaben auf die Packung.
- Spare i Energie, wenn i umsteig? Für ultraschnelles Erhitzen von Flüssigkeiten kann die Mikrowelle weiterhin effizienter sein. Für ganze Mahlzeiten und regelmäßiges Kochen braucht ein kleiner Ofen mit schnellem Vorheizen oft weniger Strom als ein großer Backofen – und liefert bessere Ergebnisse als die Mikrowelle.
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